Von der Brücke an der Friedensmühle führt der Rundgang
wieder zurück Richtung Cunnersdorfer Straße. Dabei wird der
Weg durch die Gartenanlage gewählt (Straße der AWG). Wie hier
das Firmengelände neben der Bahnbrücke, wurden auf Grund ihrer
flussnahen Lage in Schlottwitz viele kleine Firmen durch das Hochwasser stark
geschädigt :
Die Welt vom 08.10.2002 zur Initiative
„Hamburg hilft den Flutopfern“ (gekürzt)
Die Spenden aus Hamburg schenken neue
Hoffnung
Hilfen erreichen Kindergarten und
Sportverein im überschwemmten Müglitztal: "Jetzt sehen
wir Licht am Ende des Tunnels"
Von Deborah Knür
Die Sonne hat den Sand getrocknet. Tiefe Spuren
von schweren Fahrzeugen zeichnen sich ab auf der ebenen Fläche,
die staubig daliegt. Bagger und Planierraupen haben weggeräumt,
was die Flut übrig ließ: Schutt, Geröll und Schlamm. ...
... Vor allem das Müglitztal ist von der
Flutkatastrophe schwer getroffen, deshalb soll ein Schwerpunkt
der Hamburger Spendenaktion auch diese Region bei Dresden sein.
Das Wasser hat sich längst in das Flussbett zurückgezogen. Die
Flut hatte mit sich gerissen, was erreichbar war – und das war
viel: Häuser, Brücken, Straßen, Bäume, Schienen. Es hat
Reste zurückgelassen, die das Flussufer säumen und hängen
geblieben sind in den Bäumen, die noch stehen: Badewannen,
Fahrräder, Motoren, Autoteile. Und es hat die Zweifel zurückgelassen,
ob alles je so wird, wie es vorher war. Ob die Bahnstrecke, die
sich wellt wie eine Achterbahn, die überspült ist und plötzlich
vor einer Brücke in der Luft hängt, wieder hergerichtet und überhaupt
je wieder in Betrieb genommen wird.
...der Dank an die Helfer (ist) überall groß,
an die Spender, aber auch an die, die mit anpacken, um die Berge
von Schutt zu beseitigen, die übrig geblieben sind, als das
Wasser wich. Auch deshalb will der Ort Schlottwitz das Fest zu
seinem 600-jährigen Bestehen im übernächsten Jahr den Helfern
widmen. „Wir freuen uns über die überwältigende
Hilfsbereitschaft, die wir erfahren“, sagt Horst Puttrich von
der Einsatzleitung. Derzeit ist man in Schlottwitz gerade dabei,
Fragebögen zu vergeben und von Haus zu Haus zu gehen, um das
wahre Ausmaß der Schäden festzustellen. 1200 Einwohner zählt
der Ort, „und alles, was an der Hauptstraße liegt, ist von
der Flut betroffen“, sagt Puttrich.
Bis zu 1,50 Meter hoch stand das Wasser in den Gärten.
Hinter dem Haus, in dem die Einsatzleitung ihren Sitz hat, ist
nur noch eine große Leere. Bäume, Schuppen hat die Flut mit
sich gerissen und den Spielplatz des Kindergartens auch. Eine
braune Schlammwüste tut sich auf, oberflächlich angetrocknet.
Insgesamt 40 Kinder wurden hier betreut, Plätze, die dringend
benötigt werden, weil die Arbeitgeber im Ort vor allem Frauen
beschäftigen, die in Schichten arbeiten. Carola Pöschel hat
das Wasser kommen sehen an dem Montag, als das Drama begann. Sie
sahen die Müglitz steigen und steigen. „Irgendwann war uns
das zu unheimlich, und wir haben die Kinder abholen lassen“,
erinnert sie sich. Danach haben sie versucht, zu retten, was zu
retten ist. Viel war es nicht. Dabei ist der Kindergarten gerade
erst vor zwei Jahren neu errichtet worden. Jetzt ist vieles hin.
Auf der Treppe stand der Schlamm bis zur Hälfte, die Räume im
Untergeschoss sind noch immer feucht, die Heizung ist auch
kaputt. Auch hier wird geprüft, ob Spendengelder beim
Wiederaufbau helfen können. „Am Anfang wollten wir hier nur
weg“, sagt Carola Pöschel. „Einfach weg.“ Den Müll, das
Geröll, den Schutt hinter sich lassen. „Aber jetzt geht’s
schon wieder“, sagt sie und lächelt. „Jetzt haben wir
wieder Hoffnung.“ ...
Hamburg hilft den Flutopfern
Eine Aktion von Welt, Welt am Sonntag,
Abendblatt, Morgenpost, Radio Hamburg, Hamburg 1, NDR 90.3,
Hamburg Journal, Alsterradio und Oldie 95.
Anmerkung:
Diese Spendenaktion erbrachte innerhalb von zwei Monaten rund
10 Millionen Euro.
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